Natürliches Schriftdeutsch
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Die über­re­gi­o­na­le Stan­dard­schrift­spr­ache er­mög­licht es den Be­woh­nern un­ter­schied­li­cher Re­gi­o­nen ei­ner Na­tion, über Di­a­lekt­gre­nzen hin­weg mit­ei­nan­der kom­mu­ni­zie­ren zu kön­nen.

Schrift­spra­chen sind ide­a­ler­wei­se aus­schließ­lich na­tür­li­chen Ver­än­de­run­gen un­ter­wor­fen. Neue Wör­ter und Schreib­wei­sen wer­den auf per­sön­li­cher Ebe­ne ge­schaf­fen, fin­den mög­li­cher­wei­se An­klang und ver­brei­ten sich, an­de­re wer­den im­mer we­ni­ger ge­braucht und ver­schwin­den ir­gend­wann. Wie­de­rum an­de­re tau­chen plötz­lich nach ei­ner lan­gen Zeit der Ab­we­sen­heit wie­der auf und er­freu­en sich re­gen Ge­brauchs. Die Spra­che re­for­miert sich in die­sem Fall stän­dig von selbst, auf na­tür­li­che Wei­se und un­ter Bei­be­hal­tung lang­fri­stig be­währ­ter Prin­zi­pi­en.

In ei­ner frei­en Ge­sell­schaft wer­den solch dy­na­mi­schen Ten­den­zen ei­ner Spra­che be­o­bach­tend und be­schrei­bend no­tiert und in Ge­brauchs­wör­ter­bü­chern und Re­gel­wer­ken nie­der­ge­schrie­ben. Neu auf­kom­men­de Ten­den­zen und Schreib­wei­sen, neue Va­ri­an­ten und Wör­ter wer­den bei­spiels­wei­se mit „neu­er­dings auch: [...]“ ver­merkt, aus dem ak­ti­ven Ge­brauch lang­sam ver­schwin­den­de Wör­ter mit „ver­al­tet für [...]“ ge­kenn­zeich­net. In der na­tür­li­chen Sprach­dy­na­mik ist ein „Ver­stoß“ ge­gen ei­ne be­ste­hen­de Schreib­wei­se oder Re­gel nicht aus­ge­schlos­sen, so­fern ei­ne Neu­ein­füh­rung dies er­for­dern soll­te. Mög­li­cher­wei­se führt die­se so­gar zu ei­ner Aus­nah­me­re­ge­lung, oder zu ei­ner gänz­lich neu­en Re­gel, so­fern sie weit­ge­hen­de Ak­zep­tanz er­fah­ren soll­te.

Ge­ne­rell ord­nen Sprach­wis­sen­schaf­tler (Lin­gu­i­sten) ein nicht­ein­grei­fen­des, le­dig­lich be­o­bach­ten­des und be­schrei­ben­des Do­ku­men­tie­ren von Spra­che und Sprach­re­geln der de­skrip­ti­ven Sprach­wis­sen­schaft zu.

Wenn je­doch auf Herr­schafts­e­be­ne ver­sucht wird, die na­tür­li­che Sprach­dy­na­mik ei­ner über­re­gi­o­na­len Schrift­spra­che zu ver­ge­wal­ti­gen und na­tür­lich­ent­stan­de­ne be­währ­te Schreib­wei­sen und Re­geln plötz­lich per De­kret für un­gül­tig und „ver­al­tet“ er­klärt wer­den, wird dem Volk ge­gen sei­nen Wil­len die Schrift­spr­ache vor­ge­schrie­ben. Dann prak­ti­zie­ren die po­li­tisch-​kul­tu­rell Herr­schen­den ei­nen prä­skrip­ti­ven Sprach­um­gang.

Ein sol­cher Fall liegt bei­spiels­we­ise bei der so­ge­nann­ten Recht­schreib­re­form vor, die mit­tels po­li­ti­scher Ge­walt ge­gen den Wil­len des Deut­schen Vol­kes er­zwun­gen wur­de, in der BRD.

Die Recht­fer­ti­gung der Exi­stenz frag­wür­di­ger po­li­ti­scher Stel­len und Ar­beits­plä­tze durch die Schaf­fung frag­wür­di­ger Neu­re­ge­lun­gen ist ei­ner der Be­weg­grün­de. Der Wunsch man­cher Ver­la­ge, nach dem Ein­stamp­fen be­währ­ter Sprach­li­te­ra­tur gro­ße Men­gen von Bü­chern ab­set­zen zu kön­nen, ein an­de­rer. Das Haupt­mo­tiv hin­ter der so­ge­nann­ten Recht­schreib­re­form ist je­doch wo­an­ders zu ver­or­ten.

Ge­dan­ken, Ideen und Kon­zept­blöcke kön­nen ei­ne gro­ße Tie­fe auf­wei­sen. Sie las­sen sich nie­mals voll­um­fäng­lich in Wor­te und Spra­che fas­sen, da sie sich auf ei­ner viel mäch­ti­ge­ren, in­ne­ren In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­tions­e­be­ne be­grün­den. In der äu­ße­ren Welt lei­stet (Schrift)Spra­che je­doch her­vor­ra­gen­de Dien­ste bei der Fest­hal­tung und Ver­mitt­lung von Ge­dan­ken und Wis­sen.

Je aus­drucks­stär­ker ei­ne Spra­che ist, de­sto rei­ner und un­ver­zerr­ter kön­nen Men­schen mit ihr Ge­dan­ken fest­hal­ten und mit­tei­len. In der äu­ße­ren Welt be­stimmt da­her die Aus­drucks­mäch­tig­keit ei­ner Spra­che die in­halt­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten der Men­schen. Das gilt so­wohl für die Ver­mitt­lung hoch­pr­äzi­ser äu­ßerst schar­f um­ris­se­ner In­hal­te, als auch für die Ver­mitt­lung ab­strak­te­rer In­hal­te, bei de­nen je nach Ab­sicht ein klei­ner, gro­ßer oder sehr um­fas­sen­der Deu­tungs­spiel­raum er­wünscht ist.

Hin­ter den of­fi­ziel­len for­ma­len Re­gie­run­gen und Par­la­men­ten ste­hen nicht sel­ten an­de­re, wirk­lich mäch­ti­ge Herr­scher(fa­mi­li­en), die be­wußt im Hin­ter­grund blei­ben. Ihr tat­säch­li­cher po­li­ti­scher Ein­fluß wird von den ih­nen bzw. ihren „Part­nern“ ge­hö­ren­den, kon­trol­lier­ten Mas­sen­me­dien in der Re­gel he­run­ter­ge­spielt oder tot­ge­schwie­gen.

Wenn Herr­scher die gei­sti­ge Wehr­haf­tig­keit ei­nes Vol­kes zer­set­zen so­wie ein Volk sei­ner kul­tu­rel­len Wur­zeln be­rau­ben möch­ten, ge­ben Sie An­wei­sun­gen zum Er­laß von Ge­set­zen und Richt­li­nien, mit de­nen die Spra­che ei­nes Vol­kes sy­ste­ma­tisch de­for­miert und ihre Aus­drucks­kraft dra­stisch re­du­ziert wer­den soll. Be­stimm­te Ge­dan­ken sol­len dann kei­nen prä­zi­sen sprach­li­chen Nie­der­schlag mehr fin­den, nicht mehr kom­mu­ni­ziert und ge­dacht wer­den kön­nen.

Re­gie­run­gen bzw. die Ver­wal­tungs­re­prä­sen­tan­ten der Fremd­herr­schaft ei­nes be­setz­ten Lan­des ver­ge­wal­ti­gen dann die na­tür­li­che Sprach­dy­na­mik und tun al­les in ih­rer Macht ste­hen­de, um die Spra­che ih­rer Aus­drucks­kraft zu be­rau­ben.

Of­fi­ziell er­folgt die De­for­ma­tion der Spra­che na­tür­lich nur un­ter den al­ler­besten Ab­sich­ten. Die ab­sur­de­sten und wi­der­sprüch­lich­sten Recht­fer­ti­gun­gen wer­den dann he­ran­ge­zo­gen, um ein Volk sei­ner na­tür­lich­ge­wach­se­nen über­re­gi­o­na­len Schrift­spra­che und der le­ben­di­gen Sprach­dy­na­mik zu be­rau­ben.

Un­ter Be­rück­sich­ti­gung die­ser Aspek­te wird er­sicht­lich, wie will­kür­lich be­währ­te vor­han­de­ne Li­te­ra­tur zu be­währ­ten Schrift­spra­che­re­ge­lun­gen von heu­te auf mor­gen für „ver­al­tet“ er­klärt wer­den kann.

Hierzu ein Auszug aus der „107. Tagesenergie mit alexander” (08.09.2017), ab der 95. Mi­nu­te: „[...] Da gehts darum, daß man imm­er mehr ver­sucht den Men­schen die Welt zu er­klä­ren mit der so­ge­nann­ten ein­fa­chen Spra­che. [...] Wir müs­sen uns nur be­wußt wer­den, ei­ne dif­fe­ren­zier­te ge­naue Spra­che kann auch ge­nau sein im Den­ken und kann un­ter­schei­den. Ein Mensch, der nur zwischen Lie­ben und Haß un­ter­schei­den kann, der hat auch nur auf die­sen Ge­fühls­e­be­nen die Mög­lich­keit, die Welt ein­zu­ord­nen. [...] weil es ist nichts da­zwi­schen. Und ei­ne ein­fa­che Spra­che kann sinn­voll sein, als Über­gang, aber sie kann ei­ne komp­le­xe Spra­che nicht nur nicht er­set­zen, son­dern sie kann auch ein Welt­ver­ständ­nis, das komp­lex ist, nicht trans­por­tie­ren. Im Ge­gen­teil, sie scheint ei­ne sol­che Er­klä­rung an­zu­bie­ten, aber wir über­neh­men et­was, das in ganz ganz vielen Stel­len nicht nur sehr un­prä­zi­se ist, son­dern voll­kom­men falsch. Also hier ist auch ei­ne Um­pro­gram­mie­rung über die­sen Weg ge­plant, könn­te man sa­gen. [...]”.

Das Be­ste­hen ei­ner schrift­li­chen Sprach­prü­fung mag es ge­gen­wär­tig er­for­der­lich ma­chen, Kennt­nis um die stark po­li­ti­sier­ten Sprach­re­ge­lun­gen zu ha­ben, so daß Sie ge­gen­wär­tig da­zu ge­zwun­gen sein mö­gen, ein „po­li­tisch kor­rek­tes“ Gram­ma­tik- und Sprach­re­gel­werk zu er­wer­ben. Ver­schmä­hen Sie je­doch nicht Sprach­li­te­ra­tur in na­tür­lich­ent­stan­de­nem und aus­drucks­star­kem Deutsch bzw. ent­spre­chen­de Lehr­bü­cher in der je­wei­li­gen Spra­che an­de­rer Län­der, in de­nen ge­gen­wär­tig ähn­li­che prä­skrip­ti­ve Sprach­ten­den­zen vor­herr­schen. Die zu­künf­ti­ge Be­stän­dig­keit sol­cher Re­gel­wer­ke ist sehr wahr­schein­lich, da sich in ih­nen die na­tür­lich­ent­wickel­ten be­währ­ten zen­tra­len Schrift­spra­che­re­ge­lun­gen nie­der­ge­schla­gen ha­ben. Der we­sent­li­che, be­stän­di­ge­re Kern, der die fort­lau­fen­de, stets Wand­lung be­wir­ken­de Sprach­dy­na­mik ver­mut­lich über­dau­ern wird.

Die Hin­ter­grund­mäch­te (Hoch­fi­nanz und Hoch­a­del) sind zum gro­ßen Teil in der Ang­lo­sphä­re be­hei­ma­tet, spre­chen Eng­lisch als Mut­ter­spra­che. Die er­fol­gte De­for­mie­rung der über­re­gi­o­na­len Deut­schen (Schrift­)Spra­che, über die Be­sat­zungs­macht­ver­wal­tung und den BRD-​Mas­sen­me­dien ge­walt­sam durch­ge­setzt, ist auch als Vor­stu­fe zur lang­fri­stig ge­plan­ten Ab­schaf­fung der Deut­schen Spra­che und der Ein­füh­rung von Eng­lisch als NWO-​Ein­heits­spra­che zu ver­ste­hen.

Vi­de­o­emp­feh­lung: Alexan­der Wa­gandt zu Gast bei Jo Con­rad (Bewusst.tv), „Spra­che aus ver­schie­de­nen Ebe­nen be­trach­tet“ (You­tube-​Vi­deo, 41 Mi­nu­ten, 11.01.2012).









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